Wie wir arbeiten

Wir beginnen mit dem Datum.
Und damit, wofür sich die meisten morgens interessieren: was ziehe ich an, und wie haben die "Lakers" gespielt.

Jetzt kommt der erste Zeitzeuge: die "New York Times".
Die Ausgabe vom Tage der Veröffentlichung des Songs liefert einen Leitartikel von Seite 1 und einen Artikel, bei dem wir einen Bezug zum Song sehen.

Nun fehlen noch die Zitate aus Reden und Presseerklärungen von 10 amerikanischen Präsidenten.
Die stammen nicht vom gleichen Tag. Sie wurden über 50 Jahre gesammelt und den Songs und Zeitungsartikeln als Kommentar zugeordnet.
Chronologisch nicht korrekt, aber als Zeit-Zeugnis ungemein spannend.

Jetzt übersetzen wir den Songtext.
Nicht Wort für Wort. Wir orientieren uns an der Story und "übersetzen" sie in deutsche Sprach- und Gefühlsbilder. Dann suchen wir "Schlüsselzeilen" . (Die werden später von der Moderatorin stellvertretend für den Song vorgelesen).

Zum Beispiel "Riders in the sky". 

Musikalisch ein Lagerfeuer-Song aus der Cowboy-Kiste.  Genre Musik, die so oder ähnlich alle paar Jahre wieder auftaucht.

Der Text bedient  zunächst das gängige Klischee.
Dann aber führt er uns tief in die Mythologie. Die Götter bestrafen den Frevler mit einer unlösbaren Aufgabe, einer Arbeit, die niemals endet!

Zeitgemäss wird der Mythos durch die Überlegung von Albert Camus.

Den Stein mühsam und unter größten Anstrengungen den Berg hinaufzuwuchten und dann zusehen, wie er auf der anderen Seite wieder herunterrollt? Immer und immer wieder, endlos. Und dabei nicht verzweifeln?
Nein, er hat seine Rolle angenommen, er ist mit sich im Reinen.
" Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen."
 
Aber nicht Albert Camus bestimmt Politik und Zusammenleben: das tun andere. Dazu die Meldungen der "New York Times".

Das "Kanonenfutter aus Vietnam-" , verheizt und vergessen. Und die ehemaligen vietnamesischen  "Freiheitskämpfer", die, einmal an der Macht, die früheren Genossen ausbeuten und unterdrücken.

Und der Kommentar des Präsidenten Gerald Ford: "Unser langer, nationaler Albtraum ist zu Ende!

Wie sagt Tanja?  Geisterreiter, alles Geisterreiter!

Und das Alles fasst Heike Nöll dann in einem Foto zusammen, für die  Bühne, während die Band den Song spielt.